Als Anwendungsentwickler interessiert es einen selten, wie ich die Softwareentwicklungsumgebung installieren muss "Ich will entwickeln!" ist die Devise. Die alten Linux-Hasen haben es dort leicht, da das Erzeugen und Installieren von Anwendungen auf Basis von Quelltexten bekannt ist. Für Windows und die nächste Linux-Generation ist dies eher problematisch und wenn es dann um solch exotische Software geht wie ein OpenSource COBOL Compiler wird die Luft schnell dünn...

...aber häufig ist die Welt viel einfacher als gedacht!

Linux

Für einige Linux System gibt es sogar vorgefertigte RPM Packete, die wir installieren können. Da eine Softwareentwicklungsumgebung aber schon etwas mehr als ein Compiler ist, sollten wir uns dem "COBOL DOS" widmen. Hier bekommen wir nicht nur den Compiler sondern auch die FAQ und die Dokumentation frei Haus. Daneben gibt es den TP-COBOL-DEBUGGER und das Testframework COBOL-UNIT gleich mit. Wer mit SuSE Linux z.B. OpenSuSE arbeitet kann hier über sein yast das Software Repository  aufnehmen und per Update (Suche nach COBOL) sich das komplette System herunterziehen.  Die Systemkomponenten werden im SuSE Wiki dokumentiert.

Wenn wir uns nicht die Hände dergestalt schmutzig machen wollen, können wir auch ein komplett vorkonfiguriertes Linux Betriebssystem herunterladen - noch einfacher geht es nicht.

Windows

Als Windows Nutzer möchten wir genauso schnell unser System haben. Die Versuche OpenCOBOL aus den Quellen zu erzeugen ist leider nicht immer von Erfolg gekrönt. Der folgende Weg funktioniert auch und das schöne ist - jemand anderes hat uns die Arbeit abgenommen. Damit es nicht zu leicht wird, installieren wir aber nicht in den Standardordner, so dass wir in fünf Schritten zum Ziel kommen:

  1. Zunächst holen wir uns WASCANA  um die komplette MinGW und MSYS Umgebung vorkonfiguriert zu bekommen. Wir installieren dies auch z.B. nach D:\Programme\Wascana
  2. Jetzt holen wir uns den vorkompilierten OpenCOBOL Compiler aus dem OpenCOBOL Wiki und entpacken dieses in das MinGW Verzeichnis d:\Programme\Wascana.
  3. Nun müssen noch das gerade entpackete config Verzeichnis verschieben, so dass es sich unter D:\Programme\Wascana\MinGW\shares\open-cobol befindet.
  4. Diese OpenCOBOL Programme erwarten unser MinGW Verzeichnis leider im Wurzelverzeichnis eines Laufwerkes. Wir machen uns das Leben auch hier nicht so schwer und "erzeugen" mit subst b: D:\Programme\Wascana einfach ein "virtuelles" Laufwerk. (!Das müssen wir bei dieser Installationsweise immer vor dem Aufruf machen!)
  5. Nun noch die Umgebungsvariable PATH angepasst (set path=%path%;b:\mingw\bin) und fertig sind wir.

Hier müssen wir uns momentan leider noch den TP-COBOL-DEBUGGER und COBOL-UNIT extra holen und kompilieren aber dort sind wir in unserer heilen COBOL Welt.

Portabler COBOL Compiler

Auch wenn es nicht die komfortabelste Version ist, können wir uns nunmehr recht schnell den Compiler portabel machen - ideal für den USB Stick. Wie geht es? Wir kopieren unser eben unter Windows angelegtes d:\Programme\wascana Verzeichnis direkt in das Wurzelverzeichnis des USB Stick. Nun müssen wir in unserer Kommandozeile nur noch die PATH Variable mit set PATH=%path%;{Laufwerksbuchstaben des USB Stick}:\mingw\bin erweitert.

Dank geht an Sebastian Nerger für die Unterstützung bei der Windows Installation.